Schon seit dem 9. Jahrhundert ist für den Kölner Dom ein kostbarer
Kirchenschatz bezeugt. Zunächst in der bereits 1212 erwähnten »Goldenen
Kammer« aufbewahrt und zeitweilig öffentlich gezeigt, wurde der
Domschatz Mitte des 19. Jahrhunderts in Räumen des nördlichen Querhauses
erstmals museal ausgestellt.
Seit Herbst 2000 wird er in den ausgebauten historischen Kellergewölben
des 13. Jahrhunderts an der Nordseite des Domes neu präsentiert.
Auf einer Ausstellungsfläche von ca. 500 Quadratmetern sind kostbare
Reliquiare, liturgische Geräte und Gewänder sowie Insignien der
Erzbischöfe und Domgeistlichen vom 4. bis zum 20. Jahrhundert, mittelalterliche
Skulpturen und fränkische Grabfunde zu sehen.
Handschriften werden aus konservatorischen Gründen nur zeitweilig und
in kleineren Sonderausstellungen gezeigt.
Zu den bedeutendsten Stücken des Domschatzes zählen der Petrusstab
und die Petrusketten. Bis zur Übertragung der Gebeine
der Heiligen Drei Könige nach Köln im Jahr 1164 waren sie
die Hauptreliquien des Domes. Aus dem Reliquienschatz sind ebenso die beiden
Kreuzreliquientriptychen, zwei Büstenreliquiare
des 15. und 19. Jahrhunderts und der barocke Schrein des hl. Engelbert
(1633) hervorzuheben.
Der vermutlich zur Weihe des Domchores geschaffene gotische Bischofsstab
und das spätgotische Kurschwert um 1480/90 sind Insignien
(Zeichen) der geistlichen und weltlichen Macht der Kölner Erzbischöfe.
Aus der umfangreichen Sammlung barocker Altargeräte und Messgewänder
ragt der kostbare Ornat des Kölner Erzbischofs Clemens August
von Wittelsbach hervor, den er zur Krönung seines Bruders Kaiser
Karl VII. 1742 in Paris in Auftrag gab.
Die historischen Gewölberäume mit Resten der römischen Stadtmauer, Säulen vom Vorgängerbau des Domes und die moderne Architektur zusammen mit der neuartigen Präsentation des Domschatzes lassen den Besucher die wechselvolle Geschichte der Kölner Kathedrale in eindrucksvoller Weise erleben.
Architektur: Bernd Billecke, Dombauhütte Köln
Ausstellungskonzeption: Rolf Lauer, Leonie Becks, Dombauhütte Köln;
Ingrid Bussenius (Ausstellungsgestaltung), Köln
Lichtgestaltung: Daniel Zerlang-Rösch, Offenbach



