14. Juli 2010
Arbeiten am Kölner Dom
Was lange währt, wird endlich gut. In den vergangenen Wochen konnte an der Westfassade des Dom ein bereits vor sieben Jahren fertig gestellter Maßwerkkamm versetzt werden. Der aus zehn Einzelstücken bestehende Kamm bekrönt nun wieder die in 47 Metern Höhe vor dem Giebel stehenden Maßwerkbrüstungen.

Neuer MaßwerkammFoto: Robert BoeckerDie originalen Elemente waren Anfang der 1870er Jahre aus Stenzelberger Latit, einem vulkanischen Gestein gehauen worden, das man im 19. Jahrhundert für besonders widerstandsfähig erachtete. Leider hat sich diese Einschätzung als Irrtum herausgestellt. Nach nur 130 Jahren waren die Werkstücke bereits stark verwittert. Aus diesem Grund entschied sich 2001 die Kölner Dombauhütte, die Elemente nicht wie gewöhnlich aus dem Originalstein, sondern aus Londorfer Basaltlava zu erneuern. Es handelt sich dabei um ein ebenfalls vulkanisches Gestein, das allerdings äußerst verwitterungsresistent ist.

Standort des neuen MaßwerkkammesFoto: Dombauarchiv KölnGroßherziger Weise bot sich im Juli 2001 die Steinmetz und Bildhauer Innung – Köln an, sieben der zehn Stücke von Steinmetzen verschiedener Innungsbetriebe schlagen zu lassen. Die übrigen Elemente wurden in der Dombauhütte hergestellt. Bereits im Mai 2003 konnte der damalige Obermeister der Innung Martin Schwieren Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner die fertigen Stücke übergeben.
Aus Gründen des Bauablaufes war das Versetzen der Stücke erst im Sommer diesen Jahres möglich. Auch wenn man den Maßwerkkamm von der Domplatte aus kaum erkennen kann, so ist die Westfassade des Domes nun wieder ein Stück vollständiger geworden. Grund genug der Steinmetz und Bildhauer Innung und ihrer amtierenden Obermeisterin Adelheid Biermann nochmals herzlich für ihr Engagement zu danken.
Die Arbeitszeit für eines der etwa 70 kg schweren Elemente betrug im Schnitt 60 Arbeitsstunden.
Matthias Deml